MEERSCHWEINCHEN



WIE ALLES BEGANN

Am 18.02.02 fassten wir den Entschluss, unserer Tochter ein Meerschweinchen zu kaufen. Sie ist sehr tierlieb und hatte sich schon seit langem eines gewuenscht.

Am 19.02.02 besorgten wir also einen Kaefig und die uebrigen Dinge. Leider hatte der Laden keine Tiere und es war schon spaet, so verschoben wir den Kauf des Tieres auf den naechsten Tag.

Am 20.02.02, nach stundenlangem Suchen, fanden wir endlich eine Tierhandlung, welche passende Meerschweinchen hatte. Es sollte nicht zu alt, ein Weibchen und ein glattes, relativ kurzhaariges Tier sein. Und, tatsaechlich, wir fanden eines - Flecki, ca. 7 Wochen alt (linke Abb.). Sie ist bunt gefleckt, mit seidenweichem Fell.

Dazu kauften wir auch noch gleich ein Buch ueber Meerschweinchen. Tja, und darin lasen wir, dass diese Tiere sehr gesellig sind und man ihnen, wenn moeglich, einen Partner geben sollte. Also musste ein zweites Tier her.

Nachdem wir einen groesseren Kaefig und das Zubehoer besorgt hatten, fuhren wir am naechsten Tag wieder hin und kauften ein zweites Tier - Susi, ebenfalls ca. 7 Wochen alt, weiblich (rechte Abb.). Sie ist rot mit weissen Flecken, und hatte anfangs ein Fell dicht und fest wie eine Wurzelbuerste. Offensichtlich wurde Susi im Freien gehalten.

Leider bekam Susi einen Pilz am Schnaeuzchen, und wir trennten die Beiden deshalb. Nach erfolgter Behandlung vertrugen sie sich aber nicht mehr miteinander, und wir mussten beide von da an getrennt halten. Und zur allgemeinen Verwunderung wurde Flecki immer dicker. Bald sah man auch weshalb - sie war traechtig.


WIR BEKOMMEN NACHWUCHS

Dann, endlich, war es soweit. Am 31.03.02 gegen 18:00 bekam Flecki zwei Junge, Purzel (linke Abb.) und Schnuppi (rechte Abb.), beides Weibchen. Unsere Freude war gross ueber den Nachwuchs. Da neugeborene Meerschweinchen ja schon fix und fertig und mit offenen Augen auf die Welt kommen, sind sie wirklich suess anzusehen! Purzel hat auch ein seidiges Fell und ist schildpatt mit weiss. Schnuppi ist, aehnlich wie Susi, rot mit weissen Baendern, Flecken und teilweise weissen Pfoetchen.

Aber fuer Susi wurde es jetzt schwer. Tagtaeglich sass sie nun auf ihrem Haeuschen und guckte sehnsuechtig in den anderen Kaefig hinueber, wo Flecki ihre Kinder grosszog, und Purzel und Schnuppi vergnuegt miteinander herumtollten.

Da die beiden Kinder einer Schwaegerin ebenfalls jeweils ein Meerschweinchen haben wollten, gaben wir schweren Herzens zwei Tiere an sie ab (eins von den beiden Streithaehnen und ein junges). Franzi wollte unbedingt Susi behalten, und ich wollte unbedingt Purzel behalten. So haben wir Schnuppi zusammen mit Mutter Flecki weggegeben.

Susi und Purzel gewoehnten sich relativ schnell aneinander. Purzel lernte sofort wer hier das Chef-Schwein ist. Die Beiden verstanden sich dann auch recht gut und spielten ausgelassen miteinander.

Zurueck aus dem Sommerurlaub erfuhren wir aber, dass die Kinder meiner Schwaegerin die Tiere nun nicht mehr haben wollten. Auch bemerkten wir, wie verstoert und veraengstigt Flecki und Schnuppi waren. Petra und ich waren uns sofort einig, beide wieder zurueck zu nehmen (ich haette ja ohnehin am liebsten keines abgegeben).

So, jetzt (am 19.08.02) hatten wir aber zwei Kleingruppen mit jeweils zwei Tieren. Und jeder Versuch die beiden Alphaweibchen aneinander zu gewoehnen schlug fehl - sie bissen sich bis aufs Blut! Was also tun?

Da erfuhr ich aus dem Internet, dass es einen deutschen Verband fuer Meerschweinchen gibt - den MFD (Meerschweinchenfreunde Deutschlands). Bei einem Besuch einer Ausstellung des Berliner Landesverbandes erfuhren wir, dass es das Beste sei, den vier Weibchen ein (kastriertes) Maennchen beizusetzen. Er wuerde die Damen schon zur Raeson bringen. Bald ergab sich auch die Gelegenheit dazu.


EIN MANN KOMMT INS HAUS

Am 23.11.02 trat Anselm (linke Abb.) in das Leben unserer Tiere. Er (English Crested, weiss, kastriert, fast 1500 g schwer) war damals ca. zwei Jahre alt und hatte reichlich Zuchterfahrung.

Nach einer Eingewoehnungsphase setzten wir ihn mit Purzel zusammen (in einen Bereich, in dem die Tiere Platz zum Auslauf haben). Der "Dicke" (Anselm) hatte leichtes Spiel, Purzel akzeptierte ihn von Anfang an als ranghoeheres Tier.

Von dem Erfolg befluegelt setzten wir am naechsten Tag Schnuppi zu den Beiden. Das ging genauso glatt wie am Tag vorher mit Purzel. Nun wollten wir dem "Dicken" einige Tage zur Gewoehnung, und als vertrauensbildende Massnahme in die eigene Staerke, lassen.

Doch, von dem Zeitpunkt an, ab dem Purzel beim "Dicken" war, sass Susi Tag und Nacht mit immer trueber werdenden Augen auf ihrem Haeuschen, starrte sehnsuechtig zu Purzel hinueber und frass nicht mehr. Sie nahm zusehends ab. Weil wir sahen, wie Susi litt, beschlossen wir, sie viel eher zu der Dreiergruppe (Anselm, Purzel, Schnuppi) zu setzen, als wir es urspruenglich vorhatten.

Wir stuften sie als das willensstaerkste Tier ein, und glaubten deshalb nicht, dass diese Zusammenkunft in aller Ruhe vonstatten gehen wuerde. Aber mit dem was nun folgte hatten wir nicht gerechnet. Kaum war sie bei den Dreien, griff sie den "Dicken" an. Nun folgte ein zehneinhalbstuendiger Kampf. Waehrend dieser Zeit beobachteten wir die Tiere staendig und waren jederzeit bereit, sofort einzugreifen, falls das Gefecht allzu hitzig werden sollte. Unsere Nerven lagen blank, und wir waren heilfroh, als Susi endlich nachgab.

Nach einigen Tagen folgte Flecki als letzte. Aber entgegen unseren Erwartungen gab es keine Auseinandersetzungen zwischen ihr und dem "Dicken". Sie vertrugen sich von anfang an recht gut.

ENDLICH - es war geschafft! Wir hatten nun fuenf suesse Meerschweinchen, welche alle friedlich und gluecklich in einer Gruppe zusammen lebten.


Mittlerweile toben alle quietschvergnuegt herum, wenn sie Auslauf haben. Auch der "Dicke". Kaum zu glauben wie er sich herausgemacht hat. Aus einem anfangs traegen, unbeholfenen Tier ist nun ein ebenfalls vor Freude herumgaloppierendes Meerschweinchen geworden.


DIE GEMEINSCHAFT DER SIEBEN

So - die Freude waehrte aber nicht allzulange, denn am 21.06.03 erfuellte sich Petra einen Wunsch, und kaufte Hermine (linke Abb.), ein Weibchen, ca. ein halbes Jahr alt. Hermine ist ebenfalls ein Rassemeerschwein, ein US-Teddy in rot, weiss, schoko. Anfangs war sie stark untergewichtig, aber das aenderte sich schon bald.

Der Aufruhr im Kaefig war unglaublich. Jeder fuehlte sich berufen jeden zu beissen (auch den "Dicken"), und alle Weiber gemeinsam verbissen Hermine wo es nur ging. Der "Dicke" hatte alle Haende voll zu tun, um Herr der Lage zu bleiben. Es war Hermines Glueck, dass sie unglaublich schnell ist. Ich habe noch kein MS gesehen, dass so schnell und sprungstark ist wie sie. Aber auch das ging vorueber und Hermine hat mittlerweile ihren Platz in der Gruppe gefunden.


Und endlich konnte auch ich mir einen Wunsch erfuellen. Nachdem wir Kontakt zu einer sehr netten Zuechterin aufgenommen hatten, konnten wir ihr die damals gerade frisch geborene Sissi abkaufen (rechte und linke Abb.), ebenfalls ein Weibchen. Sie wurde am 08.07.03 geboren und abgeholt haben wir sie am 22.08.03.

Sissi ist auch ein Rassemeerschweinchen, ein American Crested in schwarz, ein wunderschoenes Tier mit weisser Krone.

Entgegen unseren Befuerchtungen blieb es im Kaefig recht ruhig. Aber der "Dicke" kommt jetzt an die Grenze seiner Leistungsfaehigkeit. Die 6 Weiber sind ihm anscheinend etwas zu viel, er verliert wohl langsam die Uebersicht. Nun - so soll es denn bei 7 Tieren bleiben, wir werden die Gruppe nicht weiter vergroessern.

Nachfolgendes Foto zeigt, wie gut sich jetzt alle verstehen, und wie suess unsere Rasselbande ausschaut.


Alle sind gluecklich und zufrieden. Dazu traegt nicht nur der eigens gebaute Kaefig mit zwei Etagen bei, sondern auch die taegliche, intensive Pflege und das liebevolle Zusammensein von uns und den Tieren, und natuerlich, eine ausgewogene Ernaehrung mit taeglichem Gruenfutter und genuegend Heu.

Ein Leben ohne die Rabauken koennen wir uns gar nicht mehr vorstellen.


KEINE LANGEWEILE

Ueberhaupt ist die morgendliche Fuetterung DAS Ereignis des Tages. Die Freude und das uebermuetige Herumspringen kann man kaum beschreiben. Schon wenn sie Petra morgens in der Wohnung hoeren, fangen alle an lautstark zu quieken und im Kaefig von Etage zu Etage zu rennen. Wenn sich dann Petra mit dem Gruenfutter naehert, stehen alle aufgereiht, eins neben dem anderen, in der oberen Etage am Rand des Kaefigs, die Pfoetchen am Kaefigrand aufgestuetzt, und erwarten begierig die Ankunft der Futterschale. Wird diese dann hineingestellt, stuerzen sich alle auf das Futter, als ob sie schon drei Wochen nichts zu Fressen bekommen haetten. Dabei sind sie mit ihrem Gewicht aber schon am oberen Ende der Scala.

Man koennte stundenlang zusehen was sie so treiben und wie sie sich miteinander beschaeftigen.

Unsere Schweinchen sind allgemein sehr zutraulich. Purzel und Susi koennen wir z. B. frei in der Wohnung laufen lassen - wenn ich sie rufe kommen sie zu mir und lassen sich dann auch hochnehmen (falls sie nicht schon von alleine auf mich raufzuspringen versuchen). Die nebenstehenden Fotos zeigen einige Momente im Zusammenleben mit den suessen Meerlis.

Auf der rechten Abb. sehen wir Purzel, wie sie nachschaut, ob Franzi nicht womoeglich etwas zum Naschen (Salat o. ae.) im Mund hat. Und wie man sieht, haben sie ueberhaupt keine Scheu davor, auf uns herumzukrabbeln (linke Abb.). Das Foto ist uebrigens nicht gestellt, sondern sie sind ganz von allein auf mich raufgeklettert.

Frech und neugierig wie sie sind, kommen sie sofort zu uns, wenn sie gewisse Geraeusche, wie z. B. Knistern, Rascheln, usw., hoeren. Auch wenn wir zwischen ihnen herumlaufen haben sie keine Angst vor uns. Im Gegenteil, man muss aufpassen, dass sie einem nicht auf den Fuss klettern.

Im Umgang mit den Tieren hat unsere Tochter sehr viel gelernt. Nicht nur Fachwissen, sondern auch Pflichtgefuehl, Sorgfalt, Umsicht und vor allem Achtung und Liebe allen Tieren gegenueber.


MEERSCHWEINCHEN IN NOT

Am 31.03.05 faellt uns auf, dass Purzel einen dicken Knoten am Hals hat. Der Tierarzt meint, sie hat wahrscheinlich einen Abszess am Hals und das sollte operiert werden.

Am 04.04.05 gegen 10:30 bringen wir also Purzel zum Tierarzt. Abholen koennen wir sie ab 17:00. Kurz vor 17:00 stehen wir in der Praxis. Purzel ist von der Betaeubung noch sehr benommen, kann kaum laufen und ist sehr veraengstigt. Es stellt sich heraus, dass es kein Abszess war, sondern eine Entzuendung/Vereiterung einer Lymphdruese. Der Tierarzt kann nicht sagen, ob Purzel ueberlebt und ob die Entzuendung nicht wiederkehrt.

Zu Hause ist Purzel total veraengstigt ja schockiert, frisst aber etwas. Nach dem Nachlassen der Narkose hat Purzel sehr grosse Schmerzen. Sie weint stundenlang, kann nicht schlafen, bewegt sich von einem Bein auf das andere. Wir stellen ihren Kaefig zu den anderen Meerlis - und hoffen.

Am naechsten Tag sehen wir, dass Purzel lebt - welch eine Freude. Doch sie sitzt nur den ganzen Tag in ihrem Kaefig, mit dem Kopf in einer Ecke, frisst kaum und ist voellig apathisch. Wir versuchen sie zu fuettern, leider mit maessigem Erfolg. Und da die Wunde am Hals sie daran hindert ihren Kopf hinzulegen, kann sie noch nicht einmal richtig ausruhen.

In den folgenden Tagen verliert sie staendig an Gewicht, obwohl wir sie mit einem speziellen Brei zwangsweise fuettern. Wir haben das Gefuehl, dass sie sterben moechte. Damit die Tiere nicht den Kontakt zueinander verlieren und um Purzel zu helfen, baue ich einen Kaefig im Kaefig fuer sie.

17.04.05: Purzel hat von einst 1000 g bis auf 818 g abgenommen. Wir sind mit den Nerven fast am ende. Da sie immer noch nicht fressen will entschliessen wir uns, sie nun ohne trennendes Gitter mit den anderen zusammen zu bringen. Und - tatsaechlich, es funktioniert, endlich frisst sie wieder.

Am 01.05.05 wiegt Purzel 914 g, sie scheint es ueberstanden zu haben. Es geht ihr zusehends besser. Von nun an macht sie Tag fuer Tag Fortschritte, sie erholt sich zusehends. Unsere Freude ist gross - Purzel wird wieder gesund.


EIN LIEBER FREUND VERLAESST UNS

Doch, leider, die Freude waehrt nicht lange. Am Nachmittag des 28.05.05 faellt mir auf, dass Purzel stossweise atmet, aber wir denken uns noch nichts dabei. Es ist ein sehr heisser Tag und wir fuehren das auf die Hitze zurueck. Am naechsten Tag, es ist Sonntag und immer noch sehr heiss, hechelt Purzel aber immer noch. Ausserdem frisst sie nicht mehr. Das kommt uns nun doch ungewoehnlich vor.

Am Montag gehen wir mit ihr sofort zum Tierarzt. Der stellt fest, dass es wahrscheinlich ein Lungenoedem ist. Sie bekommt 2 Spritzen, aber der Tierarzt macht uns keine Hoffnung. Am Dienstag hat sich ihr Zustand immer noch nicht gebessert. Sie bekommt wieder 2 Spritzen.

Am Mittwoch, es ist der 01.06.05, geht es Purzel zusehends schlechter. Jeder Atemzug ist fuer sie eine Qual. Auf meinem Schoss sitzend sieht sie mich immer wieder genau an. Sie kann nicht mehr liegen, steht nur noch auf ihren Vorderbeinchen, kann den Kopf kaum noch halten. Wenn ich mich vor den Kaefig setze, setzt sie sich im Kaefig unten ganz in meine Naehe. Wenn ich weggehe klettert sie auf ein Haeuschen, und wenn ich mich dann wieder hinsetze kommt sie sofort wieder zu mir und setzt sich neben mich. Sie sucht meine Naehe. Ihr Zustand verschlechtert sich von Stunde zu Stunde dramatisch. Wir wissen, dass wir unser Purzelchen so schnell wie moeglich erloesen muessen, doch es bricht uns das Herz.

Gegen 15:30 gehen wir zum Tierarzt. Wir haben Gaensebluemchen in Purzels Koerbchen gelegt (die hat sie immer besonders gern gefressen). Sie kann kaum atmen, kaempft dagegen an, innerlich zu ertrinken. Es ist schrecklich so etwas mit anzusehen. Gegen 15:45 bekommt Purzel eine Narkose, sie quiekt noch nicht einmal bei der Spritze. Sie hat sich an mich gedrueckt und schlaeft zwischen meinen Haenden ein. Die Aerztin nimmt sie in ein Nebenzimmer und schlaefert sie dort ein. Es ist unfassbar, mitten aus dem Leben gerissen.
Unser PURZELCHEN ist tot! :-(((

Wie wir nach Hause gekommen sind weiss ich nicht. Aus einem kleinen Karton, den Franzi gespendet hat, baue ich einen Sarg. Dann beerdigen wir sie.

In den folgenden Tagen faellt uns auf, dass Susi und Schnuppi anscheinend Purzel vermissen. Sie laufen suchend im Kaefig herum, schauen in jede Ecke, in jedes Haeuschen. Sie verhalten sich anders als sonst. Ein Blick in die Tabelle mit den Gewichten der Tiere zeigt, dass in den nachfolgenden 6 Wochen alle Tiere etliches an Gewicht verloren haben. Ich denke, dass sie Purzels Verschwinden bemerkt haben und deswegen auch traurig waren.

Wie wir jetzt festgestellt haben, war Purzel das Tier, das wir alle am meisten geliebt haben. Sie war so aufgeschlossen, neugierig, immer fuer ein Abenteuer zu haben, und hatte ueberhaupt keine Angst vor uns - ja sie mochte uns regelrecht. Dazu kommt, dass sie hier bei uns geboren und aufgewachsen ist. Sie gehoerte zur Familie und dementsprechend gross ist der Schmerz ueber den Verlust.


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UNSER PURZELCHEN FEHLT UNS SO!
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UND WIEDER EIN VERLUST

Seit dem April 2005 hat Anselm kontinuierlich abgenommen. Anfangs fanden wir das auch gar nicht so schlimm, zumal der "Dicke" mit abnehmendem Gewicht immer agiler wurde. Der Tierarzt diagnostizierte dann aber eine aehnliche Geschwulst am Hals wie sie Purzel hatte. In anbetracht seines Alters und den Erfahrungen mit Purzel wollten wir ihn aber nicht dem Stress solch einer schwerwiegenden Operation aussetzen. Er sollte seinen Lebensabend soweit wie moeglich in Ruhe erleben koennen.

Am 09.02.06 wiegt er aber nur noch 755g. Anselm geht es jetzt ganz schlecht. Die Hinterbeine knicken beim Laufen weg, die Nase ist verkrustet, die Geschwulst am Hals ist riesengross geworden und der Rachen ist voller Herpes. Er frisst auch kaum noch, liegt meistens apathisch da. Wir bringen Anselm gegen 11:30 zum Tierarzt. Mit der Narkose schlaeft er friedlich auf Petras Arm ein, die Aerztin nimmt ihn nach Hinten und behaelt ihn zum Einschlaefern da.

Wir troesten uns mit dem Gedanken, dass er bei uns imitten seiner Herde ein glueckliches, erfuelltes Leben hatte.


NOCH EIN SORGENKIND

Weil Sissi sehr schlecht frisst, gehen wir mit ihr am 23.02.06 zum Tierarzt. Dieser stellt bei ihr eine Verdickung am rechten Unterkiefer fest, wahrscheinlich ein Abszess. Wir sollen deshalb mit ihr wegen Roentgen und Weiterbehandlung in eine Tierklinik gehen.

Roentgenaufnahmen in der Tierklinik am 28.02.06 ergeben, dass sie tatsaechlich einen Abszess am rechten Unterkiefer hat. Folge - der Schneidezahn r.u. muss gezogen werden. Wir lassen sie deshalb ueber Nacht da (die OP soll gleich am naechsten Tag in der Fruehe erfolgen).

Am 01.03.06 holen wir Sissi gegen 15:00 ab. Sie hat die OP gut ueberstanden, der Schneidezahn r.u. wurde entfernt, im Fell wurde aber ein Loch gelassen um die Wunde noch einige Tage spuelen zu koennen. Sie bekommt auch gleich noch eine Hormonspritze weil am Eierstock Zysten festgestellt wurden.

Zu Hause kommt sie zusammen mit Schnuppi in den oberen Kaefig (damit sie nicht ganz allein ist), die anderen muessen unten bleiben. Auf Anraten der Aerztin legen wir Sissis Bereich nur mit Zeitungspapier aus.

Am 02.03.06 sind wir mit Sissi beim Tierarzt zum Spuelen. Wieder zu Hause wird sie von allen anderen gebissen; deshalb bleibt sie jetzt allein oben. Aber sie scheint sich darueber zu freuen. Es geht ihr auch immer besser und sie wird von Tag zu Tag schwerer da sie wie ein Scheunendrescher frisst.

Am 11.03.06 koennen die Rabauken wieder beide Etagen benutzen. Sissi freut sich ueber die Streu - springt etwas umher, doch sie wird von Susi und Schnuppi gebissen, ist aber auch selbst sehr aggressiv und greift jedes Tier an.

Bei einem letzten Besuch in der Tierklinik am 14.03.06 wird Sissi, ein haselnussgrosser Harnstein entfernt. Zudem bekommt sie eine weitere Hormonspritze.

In den folgenden Wochen und Monaten fallen ihr immer mehr Haare aus, und die verbliebenen wachsen unnatuerlich lang. Eine Hormonspritze haette wohl gereicht (meinte auch unser Tierarzt). Auch der Fellwechsel zum Winter bringt leider keine Verbesserung. Wir werden abwarten und sehen wie sich die Sache entwickelt.

Ab APR 2007 verliert Sissi an Gewicht. Am 18.08.07, waehrend unseres Urlaubs, findet die Urlaubsbetreuerin Sissi tot am Fuss der Rampe im Kaefig, 2 Tage vor unserer Rueckkehr. Wir trauern um das kleine Schweinchen. Aber es ging ihr in letzter Zeit wirklich nicht gut und wir denken, dass es fuer sie eine Erloesung war.


KUMMER MIT SUSI

Am 29.11.07 gehen wir mit Susi zum Tierarzt, da sie seit einiger Zeit immer staerker roechelt. Der Tierarzt stellt eine Infektion in der Lunge fest. Sie bekommt eine Spritze Antibiotika. Da dies ansteckend und gefaehrlich ist gehen wir mit allen Tieren am 01.12.07 zum Arzt. Hermine und Flecki sind OK. Aber Schnuppi hat dasselbe wie Susi, der es sogar schon besser geht - gelobt sei die moderne Medizin! Schnuppi und Susi bekommen wieder eine Spritze. Am 03.12.07 bekommen beide noch eine Spritze. Beide erholen sich in den naechsten Tagen. Aber Susi muss nun fuer immer taeglich eine Dosis eines Medikaments zur Entwaesserung bekommen. Erfreulicherweise koennen wir die Dosierung ab Mitte JAN 2008 auf 2 x pro Woche senken.


UNGEBETENE GAESTE

Am 25.03.08 werden bei unseren Meerlies Haarlinge festgestellt. Alle Tiere muessen deshalb behandelt werden. Zum Glueck ist das recht unproblematisch. Und wir sind ja bisher von solchen Dingen verschont geblieben.


DRAMA MUTTER UND KIND

Am 20.05.08 gehen wir mit Schnuppi zum Tierarzt, da sie apathisch ist und kaum frisst. Der Tierarzt stellt fest, dass sie Zysten an den Eierstoecken und Blut im Urin hat. Wir geben ihr taeglich Antibiotika und ein Staerkungsmittel. Nach 3 Tagen geht es ihr sichtlich besser.

Am 25.08.08 muss Flecki zum Tierarzt. Ihr linkes Auge traent und ihre linke Wange ist angeschwollen. Diagnose: Tumor am linken oberen Schneidezahn. Er muss entfernt werden. Am naechsten Tag bringt Franzi Flecki zum Arzt, der den Zahn operativ entfernt. Nach 2 Stunden koennen wir sie wieder abholen. Die OP ist gut verlaufen, aber sie ist noch sehr apathisch und schwach.

In den folgenden Wochen geht es Schnuppi immer schlechter. Die Zysten sind riesengross geworden, die Oberlippe ist verschorft, die Ohrchen sind am Rand wie angeknabbert, das Fell ist um die Augen verschwunden, das ganze Tier ist struppig, und sie ist so geschwaecht, dass sie beim Laufen die Hinterbeine nicht mehr heben kann. Petra geht mit ihr am 18.09.08 zum Tierarzt. Mit der Narkose schlaeft sie friedlich auf ihrem Arm ein. Dann wird sie gegen 17:00 eingeschlaefert.
Schnuppchen, unser BABYFACE SCHNUPPI, ist tot :-(((
Die Aerztin meint, es waere ein Glueck, dass noch keine Ader in den Zysten geplatzt ist, denn dann waere Schnuppi unter groessten Qualen verendet. Wir begraben sie am naechsten Tag im Garten.

Am 24.10.08 dann der naechste Schlag. Nachdem Flecki der Schneidezahn entfernt wurde ging es ihr zunaechst auch besser. Die Aerztin meinte aber, dass die Entzuendung wiederkommen kann, und nun ist das auch passiert. Fleckis linke Wange ist sehr dick angeschwollen, Eiter tritt aus der Nase aus, sie hat sichtlich Muehe zu fressen und offensichtlich hat sie grosse Schmerzen. An ihrem Verhalten (sie sucht die Naehe der anderen Schweinchen, draengt sich immer zu Susi oder Hermine in das Haeuschen) sieht man, dass sie sich sehr krank fuehlt. Ich gehe mit ihr zur Tieraerztin. Die meint, dass es keinen Sinn macht, Flecki in dem Alter noch einer schweren OP auszusetzen. Das denken wir auch. Ich nehme Flecki wieder mit nach Hause, damit wir uns von ihr verabschieden koennen.

27.10.08 - Flecki frisst kaum noch, ist sehr schwach. Wir denken, dass wir nicht mehr laenger warten sollten. Petra und ich gehen mit Flecki zur Tieraerztin. Um 11:00 bekommt sie eine Narkose. Sie schlaeft friedlich auf Petras Arm ein. Wir verabschieden uns ganz lieb von ihr. Dann nimmt die Aerztin sie mit nach hinten zum Einschlaefern und bringt sie danach in einem kleinen Karton zu uns. Ich bin wie benommen.
Flecki, unsere MAMA FLECK, ist auch tot :-(((
Wir begraben sie am naechsten Tag im Garten neben ihrer Tochter Schnuppi.

So viele Schicksalsschlaege in so kurzer Zeit. Es ist zum Verzweifeln! Aber unsere Tiere haben jetzt leider ein Alter erreicht in dem es normal ist, dass sie von uns gehen. Wir troesten uns mit dem Gedanken, dass sie alle ein schoenes, glueckliches Leben bei uns hatten.

Ich hoffe, dass Susi noch recht lange bei uns bleibt. Nach Purzel ist sie nun mein absolutes Lieblingsmeerschweinchen geworden. Es ist nicht so, dass mir die anderen nichts bedeuten, aber Susi ist einzigartig lieb, charakterstark, anhaenglich und hat keinerlei Angst vor Menschen. Dieser Eigenschaften wegen ist sie mir besonders ans Herz gewachsen.


EIN KAPITEL GEHT ZU ENDE

Am 26.02.09 gehen wir mit mit Susi und Hermine zum Tierarzt, ihnen geht das Fell aus. Sie haben Raeudemilben, und bekommen beide eine Spritze dagegen. Susi blutet dabei sehr stark weil sie fast nur noch aus Haut und Knochen besteht, die Aerztin kann die Blutung kaum stoppen.

3 Wochen spaeter sind die Milben weg und das Fell waechst wieder nach.

08.06.09 - Susi ist in der letzten Zeit immer schwaecher geworden. Und sie hat permanent Durchfall. Der Kaefig und sie selbst riechen sehr unangenehm. Aus diesem Grund bekommen die beiden morgens nur noch wenig Frischfutter. Das verbessert Susis Zustand deutlich. Hermine hat wohl wieder Milben bekommen, denn an ihren Hinterpfoten und am Bauch ist das Fell wieder ausgefallen. Susi sieht auch immer schlechter aus, ihr Fell glaenzt nicht mehr und es ist ziemlich struppig. Petra und ich ahnen dass Susi wohl bald sterben wird.

17.06.09 - Ich setze mich heute mit Susi auf den Balkon damit sie noch einmal die Sonne und die frische Luft erleben kann. Sie schnuppert interessiert an den Blumen und Kraeutern.

19.06.09 - Susi wird immer schwaecher. Ich nehme sie auf den Arm und bringe sie zu den Blumen und Kraeutern auf den Balkon, doch sie hat kein Interesse mehr an ihrer Umgebung.

20.06.09 - Susi ist heute voellig apathisch. Bei der morgendlichen Fuetterung kann sie das Koepfchen kaum noch anheben und frisst nichts. Petra nimmt sie auf den Arm da sie so schwach ist. Nach einiger Zeit quiekt Susi einige male, dann ist sie ganz ruhig und liegt auf der Seite. Sie atmet noch etwas, aber bald hoert die Atmung auf. Um 08:40 geht Susi von uns. Ich halte Sie noch eine ganze Weile auf meinem Arm und streichel sie. Ich kann es nicht fassen, obwohl ich schon seit einiger Zeit damit gerechnet habe.

Mein Susilein, unsere TANTE SUSI, ist tot! :-(((

Wir wickeln sie in ihr braunes Handtuch und legen sie auf den Balkon. Ich besorge einen passenden kleinen Karton fuer sie, dann fahren wir in den Garten. Dort bestatten wir Susi direkt neben Flecki und Schnuppi. Ich pflanze 3 mitgebrachte Gaensebluemchen auf ihr Grab.

Moege der Liebe Gott dieser kleinen Meerschweinchenseele genau so viel Liebe entgegenbringen wie wir das getan haben.

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SUSI MEINE SUSI!
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LETZTER AKT

Am 22.06.09 und am 29.06.09 bekommt Hermine Spritzen gegen Raeudemilben da ihr das Fell aus geht. Schweren Herzens zerlege ich den Meerschweinchenkaefig. Er war all die Jahre das Heim fuer unsere Meerlis. Hermine kommt nun in den grossen Kunststoff-Metallkaefig.

Seit Anfang Juli 2010 hat Hermine Probleme mit der Haut. Ihr Fell sieht zerrupft aus. Und da ihre Vorderpfoetchen wund und die Laufsohlen angeschwollen sind geht Petra mit Ihr zum Tierarzt. Sie bekommt eine Spritze in ein Pfoetchen. Aber das bringt alles nur voruebergehende Linderung. Seit dem 23.08.10 faellt Hermine das Laufen immer schwerer. Sie hat dabei auch offensichtlich Schmerzen. Am 30.08.10 kann Hermine nun ganz schlecht laufen, sie zieht die Hinterpfoten beim Laufen nach. Das erinnert schmerzlich an den Dicken.

Am 01.09.10 gegen 24:00 streichel ich Hermine vor dem Schlafengehen noch einmal, da ich ihr Ende nahen fuehle. Sie wirft sich zu mir herum und es scheint ihr sehr zu gefallen. Am naechsten Tag den 02.09.10, findet Petra Hermine morgens gegen 06:25 tot im Kaefig. Ich streichel sie noch ein letztes mal. Dann legen wir sie in einen kleinen Karton, eingewickelt in ihr Handtuch. Spaeter begraben wir sie neben den anderen Meerlis im Garten. Auch sie bekommt ein Gaensebluemchen auf ihr Grab.


DAMIT IST DIESE WUNDERSCHOENE AERA MIT DEN KLEINEN MEERLIS ZU ENDE



Und dann war da noch:

CARACAS - Es war drei Meter lang, sah aus wie ein Riesen-Meerschwein und wog 700 Kilo.

Deutsche und Amerikanische Forscher haben in Venezuela die Fossilien des groessten Nagetieres der Erde gefunden.

Aus dem gut erhaltenen Skelett samt Schaedel konnten die Biologen Rueckschluesse auf die Lebensweise des Ur-Tieres ziehen. Es streifte vor acht Millionen Jahren durch den sumpfigen Dschungel, hatte kraeftige, immer nachwachsende Zaehne und ernaehrte sich von Seegras und Krokodilen.

Die Tatsache, dass der Riesen-Nager ausstarb erklaeren sich die Wissenschaftler so: Die Giganten-Meersau war dank ihrer Groesse einfach zu langsam. Vermutlich konnte sie sich auf Dauer nicht gegen die Angriffe zugewanderter Raubtiere wehren.


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Zuletzt geaendert: 14.01.11

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